Diese Woche im Club Glück hatten wir das Vergnügen, Saverio Tomasella, Psychoanalytiker, Autor und Doktor der Psychopathologie und Geisteswissenschaften, zu Gast zu haben.
In diesem Interview spricht er über Hypersensibilität, wie man sie erkennt, wie man sie annimmt und wie man sie zu einem Vorteil macht, insbesondere durch verschiedene Übungen oder Ernährungstipps, um zu lernen, seine Emotionen besser zu akzeptieren.
Was ist Hypersensibilität?
Hypersensibilität wird definiert als eine höhere Sensibilität als der Durchschnitt. Sie betrifft 30 % der Bevölkerung (Erwachsene und Kinder über 10 Jahre). Tatsächlich werden alle Kinder hochsensibel geboren. Unsere Gesellschaft, unsere Kultur verbietet uns, unsere Sensibilität auszudrücken, was dazu führt, dass wir als Erwachsene weniger sensibel sind.
Wie erkennt man Hypersensibilität?
Hypersensibilität zeigt sich in vier Bereichen:
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Der Bereich der Empfindungen: Personen, die durch Geräusche, Licht, Gerüche, bestimmte Geschmäcker, kratzende Etiketten gestört werden können…
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Der Bereich der Emotionen: Personen mit stärkeren als durchschnittlichen, aber auch vielfältigeren Emotionen, die auch die Emotionen anderer spüren können.
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Der Bereich des Denkens: Personen, die viel denken, viel nachdenken, zweifeln können und perfektionistisch sind.
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Der Bereich der Überstimulation: Personen, die empfindlich auf Reize (sensorisch, emotional, kognitiv) reagieren, schneller ermüden, Ruhe brauchen, wenn sie mehrere Dinge gleichzeitig tun, und schnell von zu vielen Informationen beeinflusst werden.
Die meisten Hochsensiblen legen Wert auf jedes Detail und sind äußerst sorgfältig.
Die Wahrnehmung der Hypersensibilität
Hypersensibilität wurde lange Zeit als Quelle des Leidens angesehen. Neueste Studien zeigen jedoch, dass 50 % der Hochsensiblen gut mit ihrer Hypersensibilität leben, während 50 % angeben, schlecht damit zurechtzukommen.
Diejenigen, die gut damit leben, haben drei sehr starke Eigenschaften: Empathie, eine sehr starke Intuition und sind sehr kreativ. Diese Personen werden ultrasensibel genannt, sie haben gelernt, gut mit ihrer Hypersensibilität zu leben.
Personen, die Schwierigkeiten haben, mit ihrer Hypersensibilität umzugehen, werden Hochsensible genannt. Sie fühlen sich von ihrem Umfeld entfremdet, als abnormal und manchmal sogar entwertet, oft verursacht durch das Umfeld.
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Die Ratschläge und Übungen von Saverio
Akzeptieren Sie diese Realität als eine tiefe Natur, ein Temperament, das noch tiefer als der Charakter ist. Die Person, die ihre Emotionen zurückhält und sich von einem Teil ihrer Sensibilität abschneidet, bereut dies später.
Wenn der Moment jedoch nicht ideal ist (zum Beispiel im Büro), bewusst werden Sie sich Ihrer Emotion und drücken Sie sie später aus. Gehen Sie nach Hause, schreiben Sie, zeichnen Sie, und wenn das Schlimmste vorbei ist, am nächsten oder übernächsten Tag, sagen Sie der Person, was Ihnen wichtig ist, ohne den Überschuss an Emotionen.
Einige Übungen:
- Schreiben, eine Emotionsbox haben: Schreiben/zeichnen Sie Ihre Emotion, was Ihnen einfällt, zerknüllen Sie das Papier und legen Sie es in die Box. Das hilft, die Emotion durch eine Handlung loszuwerden, da die Emotion den Körper braucht, um sich zu entladen.
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Zurück zum Körper kommen und spüren, was im Körper passiert: Spüren Sie, was die Emotion körperlich in Ihnen bewirkt (trockener Hals, verkrampfter Magen, Kribbeln in den Händen). Die einfache Aufmerksamkeit auf den Körper nach 2-3 Minuten ermöglicht es dem Gehirn, die Emotion zu regulieren und zu verarbeiten.
- Beobachten Sie Ihre Atmung und verlangsamen Sie sie: Atmen Sie langsam und lang aus (das Wichtigste ist die Ausatmung).
- Seien Sie in einem neuen Raum und bewegen Sie sich: Verlassen Sie den Raum, machen Sie einen Spaziergang auf der Straße, 5-10 Minuten, ändern Sie Ihre Position im Raum, das hilft der Emotion, sich zu beruhigen.
- Stützen Sie Ihre Ellbogen auf den Tisch, schließen Sie die Augen in den Handflächen 1 bis 3 Minuten und beobachten Sie Ihre Atmung. 30 Sekunden mit geschlossenen Augen.
Saverio empfiehlt auch, auf die Ernährung zu achten und idealerweise Nahrungsergänzungsmittel für eine gute Darmfunktion einzunehmen.
Zum Schluss hat sich Saverio unserem kleinen Spiel mit schnellen Fragen und schnellen Antworten, dem „Quizz Tonic“, gestellt. Hier sind seine Ratschläge und Empfehlungen:
- Ein Buch zum Empfehlen: „À fleur de peau“ von Saverio Tomasella
- Ein Ort, um seine Sensibilität voll zu leben: Die freie Natur, der Wald
- Ein besonders sensibles Lebensmittel: Süßkartoffel und Gewürze
- Ein Satz, den man sich wiederholen sollte: „Ich liebe mich, ich liebe mich sehr“
- Eine Geste, die man jeden Morgen machen sollte: Die Hände reiben, um die Energie zirkulieren zu lassen, und sie dann auf das Gesicht legen
- Die nächste Person, die interviewt werden soll: Elise Bouskila, Lebenscoach
- Ein letzter Rat: „Kümmert euch um euch, kümmert euch um eure Lieben“
Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, finden Sie Saverio auf seinem Instagram-Account @saveriotomasella und in vielen Podcasts. Saverio ist auch Autor mehrerer Werke, darunter „À fleur de peau“ bei Leduc.S und „Attention coeurs fragiles“ bei Eyrolles.
Viel Vergnügen beim Zuhören und bis nächste Woche zu einer neuen Folge des Club Glück!
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