In dieser Folge haben wir Marie Robert interviewt, Philosophin, Französischlehrerin und Autorin von zwei Büchern bei Flammarion „Kant du weißt nicht mehr, was du tun sollst, es bleibt die Philosophie“ und „Descartes für Tage des Zweifels“.
Mitbegründerin von Montessori-Schulen in Paris und Marseille, Philosophiekolumnistin bei France Inter und Referentin bei verschiedenen Unternehmen und Marken wie Sézane und Epycure, teilt Marie auch täglich ihre philosophischen Gedanken auf ihrem Instagram-Account @philosophyissexy.
Heute erklärt sie uns, wie Philosophie zu einem Wohlfühl-Werkzeug im Alltag werden kann und zeigt uns, wie bestimmte Philosophen und ihre Gedanken uns helfen können, Alltagssituationen besser zu bewältigen und uns selbst besser zu verstehen.
Philosophie, „eine Art, in der Welt zu sein“
Ihre Fähigkeit zur Vermittlung und ihr Wunsch zu teilen, haben es Marie ermöglicht, Philosophie für alle zugänglich zu machen. Eine Leidenschaft, die im Gymnasium begann, als sie erkannte, dass Philosophie letztlich das einzige Fach war, das die Fragen des Lebens (Liebe, Verlangen, Freiheit) zuließ. Heute sieht Marie Philosophie nicht als bloße Disziplin, sondern als „eine Art, in der Welt zu sein“.
Philosophie, ein Wohlfühl-Werkzeug im Alltag
„Sobald man sich ein paar Momente nimmt, um über das, was uns passiert, nachzudenken, ohne Leistung erbringen zu wollen, praktizieren wir Philosophie.“
Marie erklärt uns, dass sie Philosophen jetzt als echte „Freunde“ sieht, mit der Idee, aus ihren Überlegungen zu schöpfen und so Trost im Unbehagen zu finden.
3 Beispiele für Alltagssituationen:
- Phasen von Essensgelüsten
In solchen Situationen ist Aristoteles am besten geeignet zu antworten. Statt sich schuldig zu fühlen, weil man einen Schokoladenkuchen gegessen hat, sollte man lernen, auf seine Erfahrung zu hören und sich zu fragen: „Wie fühle ich mich damit?“, „Hat es mir Freude gemacht, diesen Schokoladenkuchen zu essen?“. Denn man ändert sich nie von heute auf morgen komplett, man macht Erfahrungen, die uns nach und nach formen, und das braucht Zeit.
- Eine wichtige Deadline, die Stress erzeugt
Epikur erinnert uns daran, dass nichts schlimm ist. Im Leben gibt es viele Herausforderungen. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir die Fähigkeit in uns haben, unseren Geist zu beruhigen. Denn nicht alles kommt von außen, vieles kommt auch von uns und unserer Fähigkeit, uns auszurichten. Beruhigung ist der Frieden des Körpers, aber auch des Geistes, und eine Deadline sollte das nicht zerstören.
- Komplexe
→ Die Identität: das, was uns zur gleichen Person macht (Fingerabdruck, DNA-Code).
→ Die Ipseität: unser Job, unsere Freunde, unser Partner…
→ Die narrative Identität: die Art, wie ich mich erzählen möchte.
Ihr Vorschlag lautet: Könnten wir uns anders erzählen? Anders als über unsere zu große Nase und die zu vielen Kilos, denn letztlich sehen uns andere durch die Geschichten, die wir über uns erzählen.
Maries Werkzeuge
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Ein kleines philosophisches Wörterbuch anlegen: mit den Schlüsselkonzepten, die mich aufbauen, wie Säulen, auf die ich mich beziehen kann, wenn es mir schlechter geht.
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Zitate verwenden, die man versteht und sich aneignet.
- Mit Diagrammen arbeiten, Passagen von Autoren aufnehmen, übersetzen und dann auf einem Post-it, in einem Tagebuch… aufschreiben.
Ihre Tipps, um sich der Philosophie zu nähern
Der beste Einstieg ist immer noch die griechische Philosophie. Platons Dialoge, die Erzählweise, die Figuren und die Gespräche helfen, die kalte und schwere Seite, vor der man vielleicht Angst hat, zu überwinden.
Für diejenigen, die anfangen wollen, empfiehlt Marie mit Platons Gastmahl zu beginnen: ein Text über Liebe und unsere Beziehungen, sehr in der Realität verankert.
Marie hat uns auch von der Veröffentlichung ihres nächsten Buches erzählt, mit dem Titel „Die Reise der Penelope“. Die Geschichte einer Person, die sich selbst begegnet, von Stadt zu Stadt reist und so die Geschichte der Philosophie formt. Ein wahrhaft initiatorischer Weg, auf den wir uns freuen, ihn zu entdecken!
- Ein Buch zum Empfehlen: „Die Memoiren des Hadrian“ von Marguerite Yourcenar
- Ein Ort zum Nachdenken: Marseille oder Le Cap Ferret
- Ein Feel-Good-Philosoph: Emmanuel Levinas
- Ein Zitat: „Versuchen. Scheitern. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“, Beckett
- Ein philosophisches Lebensmittel: Schokolade
- Eine Aktivität, die zum Nachdenken anregt: Laufen
- Die nächste Person zum Interviewen: Ein Tänzer
- Ein letzter Rat: Habe Mut, wage es, geh hin und schau, was passiert!
Viel Vergnügen beim Zuhören!
Bis nächste Woche, um noch weitere konkrete Schlüssel zu lernen, die Sie im Alltag anwenden können.
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