In dieser Folge hatten wir das Vergnügen, Cloé Brami zu Gast zu haben.
Als Onkologin und Spezialistin für Achtsamkeitsmeditation spricht Cloé heute über Mindfulness und die Praxis der Meditation, um zu lernen, Stress besser anzunehmen und zu bewältigen. Sie teilt auch viele Tipps, wie man Meditation in den Alltag integrieren und von all ihren Vorteilen profitieren kann.
Cloé hat sich in den Vereinigten Staaten am Memorial in einer Abteilung für integrative Medizin in der Onkologie ausbilden lassen, dort entdeckte sie die Achtsamkeitsmeditation. Ein Werdegang, der ihre integrative Erziehung widerspiegelt, mit einem Vater als Chirurg und einer Mutter, die sehr offen für komplementäre Therapien ist.
Was ist Mindfulness/die Achtsamkeitsmeditation?
Cloé bietet zwei Definitionen an:
- Aus ihrer persönlichen Erfahrung: eine sehr reflektierende Praxis, die uns mit unserem Empfinden verbindet.
- Vom Dr. Jon Kabat-Zinn: das Bewusstsein, das entsteht, wenn wir unsere Aufmerksamkeit absichtlich, Moment für Moment und ohne Bewertung richten.
Immer mehr Studien werden zu diesem Thema durchgeführt, und es ist tatsächlich das Fachgebiet, in dem es die besten Belege gibt.
Cloé erforscht heute die Rolle der Achtsamkeitsmeditation in der medizinischen Ausbildung. Da Medizinstudierende eine hohe Depressionsrate haben, schlägt sie vor, sich insbesondere 10 Minuten mit der Atmung zu beschäftigen, die Müdigkeit zu spüren und dann Gewohnheiten zu regulieren.
„Freundschaft mit dem Stress schließen“
Wir neigen alle dazu, unseren Stress reduzieren zu wollen, doch Cloé empfiehlt im Gegenteil, diesen Stress zu identifizieren und Freundschaft mit ihm zu schließen. Die Meditation berührt wirklich die Idee, sich um sich selbst zu kümmern, um sich um andere kümmern zu können.
Wie wirkt Meditation auf die Emotionen?
Zwei Perspektiven:
- Psychologischer Teil mit der Möglichkeit, den emotionalen Zustand zu identifizieren und ihn dann zu regulieren, in Anlehnung an die Arbeiten von Goldman.
- Teil auf Ebene der neuronalen Plastizität: Was passiert in meinem Gehirn, wenn ich gestresst bin?
Beispiel: Wenn man sich in einer akuten Stresssituation befindet, wird ein Teil unseres Gehirns, die Amygdala, aktiviert und ermöglicht uns, auf diesen akuten Stress zu reagieren. Wenn man depressiv ist, ist die Amygdala überaktiviert, es gibt keine Regulierung mehr zwischen unserer Amygdala und dem rationaleren Teil des Gehirns, und folglich keine Möglichkeit mehr, Abstand zu gewinnen, was aber essentiell ist, um angemessen auf Stresssituationen reagieren zu können.
Cloé berichtet von den Auswirkungen, die sie durch das Programm MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) wahrgenommen hat, insbesondere bei Patienten unter Chemotherapie.
- Die Desidentifikation: Wie ich mich durch Meditation von der Krankheit desidentifiziere, ich bin der Mensch, der trotz der Krankheit weiter existiert.
- Die Vergänglichkeit: Schmerzen, aber auch Stress (während des Wartens auf Ergebnisse) akzeptieren, dass die Dinge nicht dauerhaft sind.
Cloés Tipps für den Einstieg in die Meditation
„Die Basis der Praxis ist zunächst die Verbindung zum Körper“
Beginnen Sie mit 10 Minuten Zeit, um Ihre Atmung zu beobachten. Man vergisst manchmal, dass man atmet, und Meditation hilft genau dabei, uns wieder in den gegenwärtigen Moment zu bringen.
Die ideale Position: Cloé empfiehlt, sich zunächst zu setzen und auf einem Stuhl Platz zu nehmen. Apps können für den Anfang einen Rahmen für die Praxis bieten, unsere Spezialistin empfiehlt insbesondere die App Mind.
Die ideale Frequenz: Regelmäßigkeit ist in der Meditation wertvoll, ideal wären 20 Minuten pro Tag.
Aber wie findet man Zeit zum Meditieren?
„Wenn man etwas tun möchte, nimmt man sich die Zeit“.
In der Tat motiviert es heute immer mehr Menschen, sich um sich selbst zu kümmern!
Es gibt keine Verpflichtung zu meditieren, man muss einfach den richtigen Moment spüren.
Um mit der Meditation zu beginnen, muss man einerseits Lust darauf haben und sich andererseits Freude bereiten. Cloé verrät uns, dass sie Meditation nicht als strenge Praxis sieht, sondern im Gegenteil als etwas sehr Spielerisches, das es jedem von uns ermöglicht, all das zu betrachten, was wir fühlen können.
Zum Abschluss gibt uns unsere Achtsamkeitsspezialistin ihre Tipps und Empfehlungen, indem sie sich dem Spiel des „Quizz tonic“ stellt:
- Ein Buch zum Empfehlen: Siddhartha von Hermann Hesse
- Ein Ort zum Meditieren: Überall!
- Eine Aktivität zum Stressabbau: Sich Freude bereiten, egal bei welcher Aktivität
- Ein meditatives Lebensmittel: „Kaffee, den ich nicht mag und den ich trotzdem jeden Morgen bewusst trinke“
- Ein Klang zum Nachdenken: Die Vögel
- Die nächste Person für ein Interview: Dr. Gary Deng, Gründer des Zentrums für integrative Medizin
- Ein letzter Rat: „Finden Sie das Werkzeug, das Sie mit Ihrem inneren Kind verbindet“
Finden Sie Cloé auf ihrem Instagram-Account @cloe.brami und auf ihrer Website https://www.themindfulapotek-cloebrami.com.
Viel Vergnügen beim Zuhören!
Wir sehen uns nächste Woche zu einer neuen Folge des Club Bonheur.
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